Der Wunsch nach glatter, seidenweicher Haut ohne ständiges Rasieren oder schmerzhaftes Epilieren führt immer mehr Menschen zur dauerhaften Laser Haarentfernung. Doch was passiert, wenn an der gewünschten Stelle bereits eine Tätowierung platziert ist – oder du dir dort in Zukunft ein Tattoo stechen lassen möchtest?
In diesem Artikel erklären wir dir, warum der Laser dein Tattoo zerstören kann, welche gesundheitlichen Risiken bestehen und wie die richtige Reihenfolge aussieht, wenn du glatte Haut und Tattoo Kunst kombinieren möchtest.
Wie funktioniert die Laser-Haarentfernung eigentlich?
Um zu verstehen, warum sich Laser und Tattoos nicht vertragen, hilft ein kurzer Blick auf die Funktionsweise:
Bei der dauerhaften Haarentfernung arbeitet der Laser mit hochkonzentrierten Lichtimpulsen. Dieses Licht orientiert sich am Melanin – dem natürlichen Farbpigment in der Haarwurzel. Die Lichtenergie wird im Haar pigmentiert, in intense Wärme umgewandelt und leitet diese bis in den Follikel weiter, um die Haarwurzel nachhaltig zu veröden.
Das Problem: Der Laser unterscheidet nicht zwischen Haar und Tattoofarbe
Ein Haarentfernungslaser reagiert auf dunkle Farbpigmente in der Haut. Er kann jedoch nicht unterscheiden, ob es sich bei dem Pigment um deine natürliche Haarwurzel oder um die Farbpigmente deines Tattoos handelt!
Tätowierfarbe sitzt genau in der mittleren Hautschicht (Lederhaut / Dermis) – exakt dort, wo der Laser seine Energie entfalten soll. Trifft der Laserstrahl auf ein Tattoo, absorbiert die Tätowierfarbe schlagartig die gesamte Energie des Lasers.
Welche Folgen hat das? (Die Gefahren)
Wenn ein Laser zur Haarentfernung über ein Tattoo geführt wird, führt das zu schweren Komplikationen:
Schwere Verbrennungen & Blasenbildung: Durch die extreme und blitzschnelle Erhitzung der Tattoopigmente kommt es zu Verbrennungen zweiten oder dritten Grades, Schwellungen und schmerzhafter Blasenbildung.
Entstellung des Tattoos: Die Hitze sprengt die Farbpigmente auf. Das Motiv verblasst stellenweise, verschwimmt oder verzieht sich komplett. Dein Kunstwerk ist danach ruiniert.
Narbebildung: Durch die tiefen Hautverbrennungen entstehen irreparable Narben, die sowohl die Haut als auch das Motiv dauerhaft schädigen.
Wichtig:
Ein Haarentfernungslaser ist nicht dasselbe wie ein spezieller Tattoo Entfernung Laser! Er arbeitet mit völlig anderen Wellenlängen und Impulsdauern. Ein Haarentfernungslaser entfernt das Tattoo nicht sauber, sondern verbrennt Haut und Farbe ungleichermassen.
Wie wird in der Praxis vorgegangen?
Bedeutet ein Tattoo das Aus für glatte Beine oder Arme? Nicht ganz!
Sicherheitsabstand & Abdecken: Professionelle Laser-Studio-Mitarbeiter sparen tätowierte Hautareale großzügig aus. Das Tattoo wird mit einer Spezialfolie oder einem weißen Stift/Abdeckung geschützt und der Laser hält einen Sicherheitsabstand von mindestens 2 bis 3 Zentimetern ein.
Alternative Methoden auf der tätowierten Zone: Die ausgesparte Hautstelle rund um das Tattoo kannst du weiterhin auf herkömmliche Weise rasieren oder trimmen. (Achtung: Epilieren oder Waxing nur auf vollständig abgeheilter Haut!).
Die perfekte Reihenfolge: Erst Lasern, dann Tätowieren!
Du planst ein neues Tattoo an einer Stelle, an der du dich sowieso dauerhaft enthaaren lassen möchtest? Dann halte dich unbedingt an diese Faustregel:
Schritt 1: Laser-Behandlung vollständig abschließen. Lass erst die kompletten Sitzungen zur Haarentfernung durchführen.
Schritt 2: Haut heilen lassen. Gib deiner Haut nach der letzten Laser-Sitzung genügend Zeit (mindestens 4 bis 8 Wochen), um sich vollständig zu beruhigen und zu regenerieren.
Schritt 3: Dein Tattoo stechen lassen. Sobald die Haut wieder vollkommen gesund ist, steht deinem neuen Wunsch Tattoo nichts mehr im Weg.
Fazit & Tipp vom Profi
Schütze deine Haut und dein Kunstwerk! Gib deinem Laser-Therapeuten vor jeder Behandlung Bescheid, wo sich deine Tattoos befinden – selbst wenn sie klein oder unauffällig sind.
Hast du Fragen zur richtigen Vorbereitung deiner Haut vor dem Tätowieren oder bist dir unsicher bezüglich abgeheilter Stellen? Sprich uns vor deinem nächsten Termin einfach an – wir beraten dich immer gerne!
Gib Bescheid, wenn du noch Anpassungen machen möchtest oder etwas ergänzen willst!