Tattoo Betäubungscreme: Hilft das Wirklich?

Beim Stechen von Tattoos denken wir meist direkt an die fertigen Kunstwerke, die die Haut zieren, doch der Weg dorthin kann mit Schmerzen verbunden sein. So ist es verständlich, dass manche Menschen nach einer Möglichkeit suchen, den Schmerz zu umgehen oder zumindest zu reduzieren.

Wir möchten dir nachfolgend kurz die Vor- und Nachteile einer Tattoo-Betäubungscreme erläutern. PS: Die Creme ist nicht überall legal erhältlich. In der Schweiz benötigt man zum Beispiel ein Arztrezept, um eine solche Creme (meistens EMLA, was aber eher schwach ist für Tattoos) in der Apotheke kaufen zu können. Tattoo-Studios dürfen damit auch nicht offiziell werben oder sie verkaufen. Man kann sie aber problemlos Online bestellen, zum Beispiel aus Deutschland oder Niederlande.

Die Vorteile der Betäubungscreme

Der Markt hält eine breite Auswahl an Betäubungssalben und Betäubungssprays bereit, die versprechen, das Tattoo stechen weniger schmerzhaft zu machen.

Ein sehr häufig verwendeter Inhaltsstoff ist dabei Lidocain als Salbe für Tattoos zur Schmerzbetäubung. Welche Vorteile das für dich hat?

1. Schmerzreduzierung

Es liegt klar auf der Hand, den meisten Menschen sind Schmerzen unangenehm und je nach Areal, in dem gestochen wird, kann die Pein auch schon mal groß sein. Deshalb entsteht häufig der Wunsch, die Haut zu betäuben, bevor ein Tattoo gestochen wird.

Auch für Menschen mit niedriger Schmerztoleranz oder bei sehr großen Motiven kann betäubende Salbe Erleichterung versprechen und dabei helfen, das Tätowieren besser zu überstehen.

2. Zeitersparnis

Wenn die Haut mit einer Salbe betäubt wurde, hat der Tattoo Artist die Möglichkeit, kontinuierlicher und durchgehender zu stechen, da du aufgrund geringerer Schmerzen weniger Pausen benötigst. Auf diese Weise kann das Tätowieren schneller vonstattengehen.

3. Entspannung

Das Auftragen einer Betäubungscreme vor der Tattoo Session kann dabei helfen, dass du einfach entspannter bleibst und dich ruhiger verhältst. Dadurch hat der Tätowierer es leichter konzentriert zu arbeiten und ein optimales Endergebnis lässt sich viel einfacher und stressfreier erzielen.

Was sagt die Tattoo-Szene?

Der Einsatz von Betäubungscremes ist ein heiss diskutiertes Thema. Während einige Tätowierer sie ganz bewusst anbieten, setzen andere lieber auf das „echte“ Tattoo-Erlebnis, Schmerz inklusive.

Die Nachteile der Betäubungscreme 

Wo Vorteile sind, sind Nachteile meist nicht weit entfernt.

1. Unverträglichkeit-Risiko

Betäubungscremes für Tattoos enthalten in der Regel betäubende Wirkstoffe wie

  • Lidocain,

  • Prilocain

  • oder andere Lokalanästhetika.

Besteht eine Unverträglichkeit oder Allergie, dürfen Betäubungscremes oder Sprays dieser Art nicht angewendet werden, denn das kann im Worst Case übel enden, beispielsweise mit einem allergiebedingten anaphylaktischen Schock.

Und den kann ja wirklich niemand brauchen! Du solltest dir also sicher sein, diese Inhaltsstoffe problemlos zu vertragen! Bei den unten aufgelistete krankheiten schliesse die Anwenung einer Tattoo Betäubungssalbe strikt aus:

  • Atopischen Dermatitis

  • Herzrhythmusstörungen

2. Schlechteres Ergebnis

Viele Kunden und Tattoo Artists berichten bei der Anwendung einer Betäubungssalbe zum Tätowieren davon, dass die Haut nach dem Einwirken der Creme aufgequollen oder aufgeschwemmt ist. Dies kann durch wirkstoffbedingte Wasseransammlungen passieren.

Dadurch kann sich möglicherweise die Tätowierfarbe schlechter ins Gewebe einbringen lassen und die Haut könnte die Farben schlechter als üblich annehmen.

Im Endergebnis des fertigen Tattoos könnte dies zu Qualitätsverlust - wie blasseren Farben oder unpräziseren Linien - führen.

Blasse Farben kannst du nicht wieder aufhellen. Dennoch ist es möglich, mit den richtigen Tattoo Pflege-Produkten, die vorhandenen Farben mit einer Farbschutzpflege zu behandeln. 

3. Kurze Wirkdauer

Obwohl Betäubungssalben und Sprays bei einer Tätowierung die Schmerzen lindern oder zumindest reduzieren sollen, wird häufig davon berichtet, dass die Wirkung der betäubenden Salbe nur sehr kurz anhält (je nach Person 1 bis zu 5h) und der Schmerz danach umso überwältigender auftritt, sowie ebenfalls viel heftiger wahrzunehmen sei. Keine schöne Vorstellung!

Fazit:

Ob eine Betäubungscreme beim Tätowieren notwendig ist, ist immer eine individuelle und persönliche Entscheidung. Verschiedene Faktoren wie das persönliche Schmerzempfinden, die Platzierung des Motivs, seine Grösse sowie der Detailgrad und die eigene Erfahrung mit Tattoos können eine Rolle spielen. Auch die Einstellung des Tattoo Artists zum Thema ist wichtig, denn manche Tätowierer stechen keine Tattoos mit Betäubung, da es die Qualität und Präzision des Endergebnisses negativ beeinflussen könnte. Wichtig ist, den Wunsch nach einer Betäubung immer offen mit dem Künstler zu besprechen.

Wir raten dir, einfach positiv und ohne Angst an das Tattoostechen heranzugehen, dann ist die Situation in der Regel gut zu meistern.

Denn eins ist ganz wichtig: Die ganze Sache mit dem Tätowieren, von der ersten Idee im Kopf, über die Entwürfe bis zum fertigen Meisterwerk auf deiner Haut, das soll doch eine Sache sein, die dir Spass bringt! Also, auch wenn‘s mal schmerzt.

Zurück zur Blog Übersicht

Lines Ink Tattoo

Instagram @lines_ink

Weiter
Weiter

Tattoos im Urlaub